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Bild des Benutzers Eisbär 3
Beigetreten: 13. September 2009 - 9:48
Was Hänschen nicht lernt... Erfahrungsbericht zu Ambliopie, Nystagmus,...

Was Hänschen nicht lernt..

… kann Hans doch noch erlernen. Nein, ohne einige wichtige Zutaten ist es nicht möglich, eine Ambliopie bei Erwachsenen zu beheben. Dazu werden:

Mut, Hartnäckigkeit, Ausdauer, viel Kraft, ein starker Wille,.. aber nicht zuletzt ein sehr erfahrener und vertrauen weckenden, geduldiger Optometriste. (Natürlich spielt auch Geld eine Rolle.)

Vor einigen Jahren war ich (Eisbär 3) recht viel in diesem Forum unterwegs, um meinen Augen auf die Spur zu kommen: 1) Ambliopie , 2) Myopie, 3) Astigmatismus, 4) Bewegungseinschränkungen,5) Strabismus (Eso) und besonders 6) Nystagmus machten meinem Sehsystem seine Arbeit nicht einfach. 7) Sehr eingeschränktes Binokularsehen, Tiefenwahrnehmung und 3D so gut wie gar nicht vorhanden.

In dieser Zeit habe ich auch einige Erfahrungsberichte ins Forum gestellt. Dennoch hier eine kurze Zusammenfassung meines war/ist Sehen:

 

Kinder – Jugendzeit                  

 2019 mit bald 45 Jahren 

1) Ambliopie: RA (R ca 3/10 mit Korrektur)    Mit bester korrektur 10/10

2) Myopie: R -2,50 L 5,00dpt -                   R -1,25 L -3,25 dpt

3) Astigmatismus: hat sich in der Jugendzeit ebenfalls erhöht      

Zylinderwert konnte jetzt (endlich) abgeschwächt werden.

4) Bewegungseinschränkungen: waren nach oben so gut wie gar nicht möglich.

Ist noch vorhanden, die letzte Kontrolle fiel aber sehr zufriedenstellend aus.

5) Strabismus: Sobald sich mein R Auge anstrengen sollte (Nähe und Ferne), ging es in seine starke Esostellung. (Esotropie) Binoculares Sehen war nicht möglich.

Schielwinkel ist vorhanden, hat sich aber sehr stark verkleinert. Binokulares Sehen bis zu 120 cm möglich.

6) Nystagmus: war sehr ausgeprägt und hat mich aus heutiger Sicht am Fixieren in der Ferne und in meiner Entwickelung des Sehens sehr beeinträchtigt.

Ist nur noch bei sehr anstrengender Seharbeit vorhanden.

7) Binokulares Sehen, Tiefenwahrnehmung, 3D: das rechte Auge hat sich an der Seharbeit nicht beteiligt, L war überfordert.

R Auge arbeitet mit, kann ohne Korrektur auch Führungsauge sein. Ich erlebe zur Zeit immer wieder Tiefenwahrnehmung und 3D, besonders in der Nähe. Bis zu einer Entfernung von ca 130cm stehen meine Augen paralell.

Fortsetzung folgt, LG Eisbär 3

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild des Benutzers Eisbär 3
Beigetreten: 13. September 2009 - 9:48

 

Bereits als Baby brachten mich meine Eltern zu verschiedenen Ärzten. Behandlungen fanden aber nie statt. Im Alter von ca. 10 Jahren kamen wir zu einem Augenarzt, der mit mir binokulare Teste durchführte. Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, wie überfordert meine Augen – mein gesamtes Sehsystem dabei waren. Nach einer weiteren Untersuchung bei einem anderen AA (es ging dabei um die eingeschränkte Motilität der Augen) passierte viele Jahre nichts besonderes mehr.

Im Alter von ca. 35 Jahren fühlte sich mein RA (Führungsauge) sehr überfordert, Augenbrennen,... insgesamt war das Sehen einfach nur sehr anstrengend für mich.

Erneuter Besuch bei einem Augenarzt: Stärkere Korrektur verschrieben.

Eine Ambliopiebehandlung blieb mir in meiner Kindheit erspart. Mein damaliger Optiker war aber für eine Okklusionstherapie und überwachte diese mit sehr regelmässigen Visuskontrollen.

Drei Jahre später aber passierte das wundervollste, das meinen Augen aus MEINER HEUTIGEN SICHT hätte passieren können.

Ich fand einen Optometristen, Visualtrainer und sehr wissbegierigen Mann, der mich seit acht Jahren in der Entwickelung meines guten Sehens begleitet. Nach Abschluss der ersten langen Visite (21 Punkte OEP) sagte er mir in einem Gespräch seine Hilfe zu. Dies alles war, (nach 35 Jahren ohne wirkliche Hilfe) sehr aufregend für mich.

Visualtraining, energetische Gläser (und leichte Unterkorrektion) der Brille, Ernährungsberatung, Ostheopatie, waren – und sind bis heute die vier wichtigsten Säulen der Therapie.

In den letzten Jahren wurde ich NIE zu etwas gezwungen. Ich gab den Rhythmus vor, mal übte ich sehr intensiv – dann gab es wieder Pausen von bis zu einem Jahr.

LG Eisbär 3

"Musik ist Arbeit, aber keine Mühsal." Sabine Mayer, Klarinettistin 

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Beigetreten: 6. August 2009 - 15:16

Lieber Eisbär, das ist wirklich eine beeindruckende Entwicklung! Mein amblyopes Auge nimmt seit Beginn der VT Behandlung ebenfalls zunehmend am Sehgeschehen teil, auch wenn wie du weisst ich bislang noch nicht zu stabiler Fusion in der Lage bin. Aber bei einer horror fusionis Diagnose kann man das ja vielleicht auch nicht erwarten. Wichtig sind mir das deutlich entspanntere Sehen, die mittlerweile erlernte Fähigkeit, das Abdriften des amblyopen Auges zu verhindern, meine Doppelbilder zur Überlagerung zu bringen und den Nystagmus kontrollieren zu können. Wenn ich darüberhinaus hin und wieder kurzzeitig einen räumlichen Seheindruck habe, dann hüpft mein Herz vor Freude! Mein Dank gilt den Forenmitgliedern, die mich seinerzeit ermuntert haben, es mit VT zu versuchen und mir auch per PN mit kompetentem Rat zur Seite standen.

LG Doris