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Bild des Benutzers brasilien82
Beigetreten: 31. Juli 2013 - 13:02
Schiel Op ohne es vorher mit Brille oder abkleben zu versuchen

Hi!

Ich war mit meinem Sohn 5, seit er ein Jahr alt war, jedes Jahr zur Vorsorge beim Augenarzt, der konnte nie etwas feststellen. Vor ca. neun Monaten waren wir im SPZ, die Ärztin dort meinte er Schiele ein bischen nach innen, das könne aber auch so aussehen, weil er eine breite Nasenwurzel hat. Sie hat uns dann zu einem anderen Augenarzt mit Sehschule geschickt. Vor einem Halben Jahr hatten wir den ersten Termin. Dort hieß es ja er schielt leicht,  nach außen, aber nicht arg  solle man nur beobachten. Jetzt hatten wir vorgestern wieder einen Termin, diesmal bei einer andern Ortoptistin. Die meinte jetzt er schiele und man müsse das operieren. Auf mein nachfragen, ob man nicht erst abkleben würde oder es mit Brille versuchen meinte sie nein eine Op müsse sein. Jetzt ist es aber so, dass man bei Ihm gar nicht sieht dass er angeblich schielt, seine Augen stehen ganz normal. Als die Ortoptistin beim Gespräch dann meinte, ich würde ja auch schielen, habe ich das Gespräch abgebrochen. Ich bin 30 Jahre alt und habe noch nie geschielt. Ich trage eine Brille wegen Hornhautverkrümmung. Könnte bei meinem Sohn auch so etwas dahinterstecken? Seine Sehkraft liegt wohl bei 100%. Oder sollte man da noch eine dritte Meinung einholen? Wer kennt sich aus?

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Beigetreten: 29. September 2002 - 0:00

Moin,

 

ein Außenschielen wird selten von der Glasstärke hervorgerufen, aber eine OP ohne vorherige Korrektur des Schielens mit Brillengläsern ist nicht anzuraten. In den meisten Fällen ist dann irgendwann eine 2. OP erforderlich.

Erst wenn mindestens 6 Monate eine Brille mit Schielkorrektur beschwerdefrei getragen wird, darf operiert wrden.

Abkleben kann das beidäugige Sehen total zerstören solange beide Augen gleich gut sehen.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers wolke.09
Beigetreten: 29. Juli 2013 - 16:52

Interessant, dass das Abkleben das beidäugige Sehen total zerstören kann. Seit wann gibt es diese Erkenntnis? Mir wurden im Kindergarten (vor ca. 35 Jahren) monatelang, meiner Erinnerung nach sogar mehr als ein Jahr lang, das eine Auge abgeklebt. Räumliches Sehen habe ich tatsächlich nie erlangt, auch nicht nach einer Schiel-OP mit 10 oder 11 Jahren. Ich war übrigens in einem "Forschungs"-Kindergarten mit ausschließlich hörgeschädigten Kindern und Schielkindern, die regelmäßig im Krankenhaus Berlin-Friedrichshain untersucht wurden, wurde also nach dem damals neuesten Stand der Forschung behandelt. Und auch heute noch sehe ich Kinder mit abgeklebten Augen. Wird dann heute nur noch ganz kurz abgeklebt zur Feststellung des Schielwinkels? 

LG wolke.09

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Beigetreten: 29. September 2002 - 0:00

Moin Wolke,

 

Kinder, die ein normales binokulares Sehen haben, aber eine Heterophorie haben, die operiert werden müsste, weil sie relativ hoch ist, werden durch Abkleben die Fähigkeit diese Heterophorie selber auszugleichen, verlieren.

Kinder, die ein amblyopes Auge haben, (so war das bei Dir) müssen das bessere Auge täglich einige Stunden abkleben damit das sehschwache Auge besser sehen lernt. Selten entwickelt sich anschließend ein normales binokulares Sehen, eben kein räumliches Sehen.

Es sind also 2 Paar Schuhe.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers wolke.09
Beigetreten: 29. Juli 2013 - 16:52

Danke, wieder was dazu gelernt Smile

Bild des Benutzers brasilien82
Beigetreten: 31. Juli 2013 - 13:02

Danke für die Antworten!

Das hat mir schon ein bischen weitergeholfen.

Vielleicht werde ich mich für die nächste Kontrolle direkt an eine Augenklink wende.