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Bild des Benutzers 2crazy4life
Beigetreten: 9. September 2008 - 19:43
Doppelbilder nach Orbitaboden-Fraktur

hallo ihr lieben,
ich bin neu hier und hoffe auf eure hilfe, da ich sehr verzweifelt bin...

ich hatte vor knapp 3 monaten einen schweren unfall (sturz aus 10 meter höhe), bei dem unteranderem der orbitaboden \"gebrochen\" ist... dies wurde operiert und eine folie eingelegt, und seitdem habe ich doppelbilder... die mund-kiefer-gesichtschirurgie hat die ganze zeit gesagt \"da hilft nur abwarten, bis alles abgeschwollen ist, dann gibt sich das von allein wieder\"...
als ich letzens zum MRT nochmals in der MKG war, hieß es, dass sie nichts mehr für mich tun können und haben mich in die augenklinik geschickt...
die augenkliink hat dann festgestellt, dass aufgrund der fraktur das rechte auge (und das gewebe) leicht abgesunken ist und ich deswegen ein \"höhenschielen\" haben, das die doppelbilder verursacht und mir als lösung eine schiel-op vorgeschlagen.
bis zu diesem unfall hatte ich in keinster weise probleme mit den augen und bin daher unerfahren und versteh auch nichts davon, aber was ich bis jetzt über so eine schiel-op gelesen habe, klingt nicht wirklich sympathisch...
seit dem unfall trage ich eine augenklappe, damit ich überhaupt etwas sehe - die doppelbilder sind IMMER da - sowohl in der ferne, als auch in der nähe - bei geradem blick, beim blick nach links, beim blick nach rechts, nach oben, nach unten und in jeder kopfhaltung..
ich hab eine prismenfolie (für das linke, gesunde auge) mit basis unten und 12cm/m (was auch immer das bedeuten mag) bekommen... allerdings seh ich mit dieser folie alles verschwommen und kann mich nicht damit anfreunden, weshalb ich wieder auf eine augenklappe umgestiegen bin...
mein fragen deshalb
1. bewirkt das tragen einer prismensfolie etwas, oder ist es egal in welcher weise ich die doppelbilder unterbinde (prisma oder augenklappe)
2. ist eine schiel-op wirklich notwendig, oder kann man mit sehübungen auch etwas bewirken?
3. kann mir jemand eine gute sehschule in münchen sagen? bzw. eine gute augenklinik in münchen empfehlen (ich war im rechts der isar)
4. ich hatte ein schädel-hirn-trauma grad II, ist es möglich, dass das gehirn es deshalb nicht mehr schafft die bilder beider augen zusammenzuführen?

vielen dank schon mal für eure hilfe und sorry, wenn die fragen \"blöd\" sind, aber ich bin einfach überfordert...

Bild des Benutzers Kerstin Harms
Beigetreten: 10. April 2002 - 0:00

Hallo,

Deine Fragen sind weder blöd noch sonst was, im Gegenteil - sie sind klar und gut formuliert gestellt und das mit Deinem Unfall tut mir sehr leid.

Was du brauchst, ist eine gute Neuroopthlamologie. Die Doppelbilder sind eindeutig mit der Orbitafraktur in Zusammenhang zu bringen. es muss aber noch mehr abgeklärt werden, nämlich, ob Sehnervenbahnen betroffen sind. Das läuft alles an der Orbita vorbei und auch durch - es ist extrem wichtig, vor einer Schiel-OP andere Defekte neuronaler Art auszuschließen!!!! Hier wäre dann ein MRT angebracht, welches bessere Weichteildiagnostik der Orbita, des Sehnervs und der nachgeschalteten zerebralen Anteile des visuellen Systems liefert. Außerdem gibt es keine Strahlenbelastung. Neuroopthalmologien sind in der Regel in Uni-Augenkliniken als eigener Bereich mit drin. In Tübingen ist z. B. eine Neuroopthalmologie, ich glaube, auch in Freiburg

Die 12 Prismen hast du bekommen, um zu testen, ob damit die Doppelbilder in den Griff zu bekommen sind, also ob sie verschwinden. Da es eine Folie ist, zudem auf Deinem guten Auge, siehst Du natürlich mies. Evtl sollte man eine Brille fertigen lassen, wenn Du schon mit der Folie merkst, die DB werden besser. Du solltest die Folie bzw. Brille aber tragen bis zur OP. Wenn du mit Augenklappe rumläufst, läufst Du Gefahr, dass das Auge hinter der Klappe seine Sehkraft verliert, bzw. in eine Dauer-Schielstellung geht. Dann müsstest du die Klappe also schon abwechselnd tragen.

Viele Grüße
Kerstin

Egal was du tust, tu es mit Leidenschaft und Hingabe!

Bild des Benutzers Kerstin Harms
Beigetreten: 10. April 2002 - 0:00

Hab was vergessen,

das Schädel-Hirn-Trauma kann natürlich auch was "hinterlassen" - oftmals rutschen Leute danach ins Schielen, die es vorher kompensieren konnten, also nicht wussten, dass sie eigentlich Schieler sind. Durch so ein Trauma entgleist es dann.

Aber auch hierzu wissen die in der Neuroopthalmologie bestens Bescheid. Lass dich man alsbald dahin überweisen. Ich würde nicht ewig warten, denn gerade am Anfang, bzw. kurz nach so einem Unfall kann man oft noch was "beschicken", was nachher nicht mehr geht, wenn man erst ein Jahr später auf der Matte steht...

LG
Kerstin

Egal was du tust, tu es mit Leidenschaft und Hingabe!

Bild des Benutzers 2crazy4life
Beigetreten: 9. September 2008 - 19:43

vielen, vielen dank für die schnelle antwort!

also im MRT war ich seit dem unfall schon 6 mal (wegen der augen)... das letzte hat ergeben, dass der augenmuskel wohl noch geschwollen ist, alles andere aber so ist, wie es sein soll... bislang hatte man mir hoffnung gemacht, dass die doppelbilder mit abschwellung verschwinden... jetzt hieß es allerdings, dass nach 3 monaten keine besserung mehr zu erwarten sei und außerdem das rechte auge eben abgesunken ist und dadurch nach oben schielt... wenn der augenmuskel unter dem auge abschwillt, würde das auge erst recht absinken und daher noch weniger besserung zeigen...

mit der prismenfolie sehe ich in gerader blickrichtung einfach, aber irgendwie habe ich das gefühl durch ein milchglas zu schauen... nicht wirklich angenehm, noch dazu, wo ich bislang keine erfahrung mit brille oder schlechter sehfähigkeit gemacht habe... (also etwas verwöhnt bin ;))
kann es sein, dass sich die augenstellung durch die prismen verschlechtert, weil sich das auge damit abfindet und sich nicht mehr die mühe machen muss, die bilder zusammenzubringen?

vielen dank auch für den tipp mit der "neuroopthalmologie" - habe ich noch nie gehört, werde mich aber mal informieren... bis lang war ich hauptsächlich damit beschäftigt meine zertrümmerten beine, die frakturen der hüfte, lendenwirbel,... zu versorgen, aber dir doppelbilder sind momentan am belastensten...

vielen dank & liebe grüße,
viola

Bild des Benutzers Kerstin Harms
Beigetreten: 10. April 2002 - 0:00

Hallo Viola,

wenn der Orbitaboden durch die Fraktur (wurde nichts gerichtet? Kann man das überhaupt?) nun "tiefer" sitzt auf der einen Seite, klingt es schon logisch, dass, wenn die Schwellung abklingt, das Schielen eher noch mehr werden könnte. Mit einer evtl. Schiel-OP (falls möglich, muss die Neuroophtalmologie klären) sollte man dann aber warten, bis die Schwellung total abgeklungen ist. Vielleicht klemmen derzeit auch noch Nerven und es tut sich auch da noch was....ich bin kein Arzt. Deshalb aber mein dringender Rat, einen Neuroophtalmologen hinzuzuziehen - das ist eine Neurologieabteilung, die sich speziell auf Augen und Sehen spezialisiert hat, auch und gerade nach Unfällen, Tumoren und anderen Hirnerkrankungen, wie auch Schädel-Hirn-Traumata. Geh dorthin, und zwar so bald wie möglich, damit die auch einen Verlauf der Heilung protokollieren können.

Das mit dem milchigen Sehen durch die Folie ist Folienbedingt. Deshalb meine Idee, die Prismen in Brillengläser einzuarbeiten. Gleichmäßig verteilt auf beiden Seiten, das bringt dann die beste Korrektion und auch gutes Sehen. Hierbei hilft Dir ein versierter Augenoptikermeister, der was von Prismen versteht. Du musst halt damit rechnen, dass sich noch was in den Werten ändert, weil die Schwellung ja noch da ist. Deine Augenstellung verschlechtert sich nicht durch die Prismen. Dein Auge kann sich bei der Winkelgröße gar nicht die Mühe machen, auszugleichen, denn es steht durch den Unfall definitiv tiefer. Muskulär wirst Du das nicht schaffen auf Dauer! Im Gegenteil. Das Sehen wird immer anstrengender werden für Dich und kann auch negative Folgen haben, weil die Muskeln nicht entspannen können. Also kann so ein Prisma (bzw. 12 in Deinem Fall) den Heilungsverlauf für die Geschichten im Kopf sogar fördern.

Jetzt wünsche ich Dir aber vor allem auch gute Besserung für all die anderen Brüche (Du bist nicht etwa Stuntfrau?!?! Oder wolltest Du Dachrinnen in lichter Höhe reinigen - da lass ich immer andere ran Wink )

LG
Kerstin

Egal was du tust, tu es mit Leidenschaft und Hingabe!

Bild des Benutzers tylerdurden
Beigetreten: 9. Mai 2018 - 12:26

Hallo Viola @2crazy4life

Mich würde interessieren ob du die Doppelbilder wegbekommen konntest? Würde ich mir sehr stark für dich wünschen.

Habe nach einem Schlag aufs Auge gerade eine Orbitafraktur erlitten und nach einer woche nach der OP beim nach oben schauen Doppelbilder.

Falls die jetzt länger bleiben, wäre es sehr hilfreich für mich zu erfahren, ob bei dir irgendetwas geholfen hat.

Alles Beste

 

Bild des Benutzers Eberhard Luckas
Beigetreten: 29. September 2002 - 0:00

Moin,

die Op ist noch nicht lange genug vorbei, warte erst mal noch 4 Wochen ab, danach dürfen keine Doppelbilder mehr da sein, wenn alles richtig ist.

Viele Grüße

Eberhard

Bild des Benutzers Ediik7
Beigetreten: 2. September 2021 - 12:53

Hey, muss leider diese Erfahrung auch sammeln. Wie gehts dir mittlerweile ? 

Hatte jochbein Bruch, Orbitfraktur und Nasenwand war eingedrückt. Nach der op habe ich doppelbilder gesehen immer wenn ich nach oben oder nach unten geschaut habe. Nach 3 Wochen und mrt haben sie beschlossen mir die spezielle Folie unter dem Auge doch zu entfernen nun besteht leider das Problem weiter plus ich habe eine öden unter Auge da durch sehe ich jeden Tag schlechter. 
kann man dagegen selber was tun ? 
 

Mit freundlichen Grüßen