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Beigetreten: 27. Oktober 2021 - 8:42
Dekompensierter Mikrostrabismus beim 6 J.

Hallo,

ich bin neu in dem Forum und hoffe hier evtl. Antworten auf meine Fragen zu finden.

Es geht um meinen Sohn, der gerade 6 Jahre alt geworden ist. Im Juni wurde ein Mikrostrabismus/Esotropie festgestellt, zusätzlich eine Weitsichtichkeit, Hornhautverkrümmung und Amlyopie des linken Auges (damals ca. 40%).

Wir haben mit der Okklusionstherapie begonnen, sollten zu Beginn ganztags abkleben und er hat eine Prismenbrille verschrieben bekommen. Die Sehkraft hat sich mittlerweile deutlich verbessert (80% fern und 100% nah), leider liegt aber seit Ende August ein dekompensierter Mikrostrabismus vor. Er hat eine neue Prismenbrille verschrieben bekommen und wir haben uns in der Augenklinik vorgestellt, die Empfehlung ist, ihn vor der Einschulung operieren zu lassen. Mit der neuen Brille ist das Schielen stabiler geworden, laienhaft ausgedrückt mittleres bis starkes Schielen des linken Auges (vorher extremer gewesen, da blieb das linke Auge im inneren Augenwinkel hängen). In den letzten Wochen blieb das linke Auge auch in der Bewegung hängen, wenn er max. nach links gucken wollte, das rechte Auge bewegt sich uneingeschränkt.

Vor 2 Wochen fiel plötzlich auf, dass das Kind das linke Auge wieder freier bewegen kann, beim Blick nach links außen geht das Auge wieder bis an den äußeren Augenwinkel. Allerdings - und das ist das aktuelle Problem- verdrehen sich beide Augen nach oben in die Neutralstellung (lt.- Orthoptistin) soweit, dass man nur das weiße sieht und die oberen Augenlieder fangen zu flattern an. Das hält wenige Sekunden an, lässt sich aber jetzt durch Blicke nach max. links und max. rechts auslösen, auch wenn jeweils ein Auge abgedeckt wird. Es sieht fast so aus wie der Beginn eines epileptischer Anfalls, wo sich die Augen nach oben wegdrehen, aber das Kind ist nicht "weg getretten" und er kann es jetzt jederzeit durch die Augenbewegung auslösen. Ansonsten ist das Kind komplett beschwerdefrei, keine Kopfschmerzen, keine Übelkeit, keine Gangunsicherheit.

Wir waren mittlerweile beim Augenarzt, der nichts festellen konnte und in die Neurologie verwiesen hat. In der neurologischen Untersuchung war er bis auf die oben beschriebene Symptomatik unauffällig. Der Neuropädiater meint, das diese Symptomatik durch die Schielerkrankung bedingt ist und hat uns in die Strabologie/Augenklinik geschickt. Dort hat man allerdings auch keine Erklärung gefunden und ein MRT des Kopfes empfohlen. In der Bildgebung war glücklicherweise alles in Ordnung.

Was mich sehr verunsichert, ist, dass keiner dieses "Phänomen" zu kennen scheint. Mir wurde gesagt, es sei nichts worüber man sich Sorgen machen müsse, aber den Grund/Ursache warum das jetzt aufgetreten ist, kenne man nicht. Es wirkt für mich wie eine Kurzschlussreaktion, dass das System heruntergefahren wird und die Augen in Ruhestellung gebracht werden. Seitdem ist das linke Auge aber wieder freier beweglicher. Ich habe auch den Eindruck, dass er zeitweise wieder nur minimal schielt, auch wenn es nicht lange anhält, aber diese Phasen des minimalen Schielens hatten wir seit der Dekompensation nicht mehr gehabt. Außerdem ist es auch so, dass seit einigen Tagen direkt nach dem Abkleben (wir kleben aktuell 4h/Tag) kein deutliches Schielen mehr vorliegt (für ca. 1 Std), was vorher eigentlich seit Tag 1 der Okklusionstherapie der Fall war (wenn auch zu Beginn nur für eine Stunde bis es Ende August komplett dekompensierte).

Zu meinen Fragen:

1) Kennt jemand die oben beschriebene Symptomatik mit den "Augen verdrehen"?

2) Wie sehen die Chancen aus, dass ein dekompensierter Mikrostrabismus sich wieder rekompensiert? Und falls ja, in welchem Zeitraum? 

Viele Grüße