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Bild des Benutzers ritevi
Beigetreten: 3. Juni 2014 - 15:12
Anisometropie 12 Dioptrien Unterschied

Hallo,

mein Sohn ist jetzt 9 Jahre alt und besucht die 3. Klasse einer Grundschule im Ruhrgebiet. Er ist ein ehemaliges Frühchen (SSW 30+3). Seit seinem dritten Lebensjahr trägt er Brille und Augenpflaster (Okklusionstherapie), da er auf dem rechten Auge stark kurzsichtig ist (mittlerweile -8,75 dpt) und links eine leichtere Weitsichtigkeit (+3,25 dpt) vorliegt. Angefangen haben wir damals mit einem Unterschied von 5 dpt.

Er trägt Brille, wir haben auch weiche KL, die trägt er aber nicht gerne. In der Schule gab es immer wieder Probleme mit Konzentrationsmangel und geringe Aufmerksamkeitsdauer. Die Lehrerin bemängelte Verhaltensauffälligkeiten.

Meine Nachfragen beim Augenarzt (halbjährlicher Untersuchungsintervall) und der Sehschule (vierteljährlicher Besuch), ob das vielleicht mit seiner Fehlsichtigkeit zusammenhängen könnte, wurden verneint.

Wir landeten bei einer Erziehungsberatungsstelle. ADHS stand plötzlich im Raum.

Bei der Einschulungsuntersuchung meiner 3 Jahre jüngeren Tochter vor 2 Monaten fragte die Amtsärztin wegen meiner Brille nach Sehbeeinträchtigungen in der Familie. Auf meine Angaben zu den 12 Dioptrien Unterschied bei meinem Sohn sagte sie nur:"Dann haben Sie ja bestimmt Probleme in der Schule"...

Im Ergebnis sind wir dadurch zur Beratung in die Focus Sehen-Schule v. LWL in Gelsenkirchen gekommen. Dort hat man verschiedene Test mit meinem Sohn durchgeführt und wundert sich über gar nichts an seinem schulischen Verhalten. Sie sagen, dass er jeden Tag Hochleistungssport in Sachen "Sehen und Wahrnehmung" vollbringt und es bis lang toll hinbekommen hat, aber die Anforderungen immer schwieriger werden, kleinere Kästchen und Lineaturen, kleinere Schriften, größerer Informationsinhalt in kürzerer Zeit erfassen etc.

Im Alltag merkt man ihm relativ wenig an, er liest gerne und viel, wirft nicht ständig etwas um oder rennt irgendwo vor. Aber manchmal eben doch... Ich habe mir keine Gedanken dazu gemacht, leere PET-Flaschen fallen schnell um, wenn man sie nicht ganz richtig erwischt...

Wir leiten jetzt ein AO-SF-Verfahren mit dem FS Sehen ein, mit dem Ziel GU an einer Regelschule. Demnächst habe ich einen Hilfsmittelberatungstermin bei einem Low Vision-Spezialisten. Die Lehrerin ist nicht begeistert, sieht die Problematik nicht, die Brille korrigiert doch alles.

Wieso ist dieses Thema so schwierig?

Sind 12 Dioptrien Unterschied so selten?

Übungen hat die Optometristin in der Sehschule keine mit meinem Sohn gemacht, immer nur getestet. Ist das der normale Weg?

Hat jemand hier ähnliche Erfahrungen? Tipps nehme ich immer gerne Smile

Liebe Grüße

 

Bild des Benutzers Hesch
Beigetreten: 9. Dezember 2010 - 21:49

Hallo ritevi,

ich schicke dir eine PN dazu.

LG Hesch

Bild des Benutzers uuxx
Beigetreten: 27. Februar 2011 - 17:23

Hallo,

ADHS ist immer das einzige, was diesen Leuten einfällt.

Bei Linsen ist der Größenunterschied der gesehenen Dinge zwischen den Augen geringer. Vielleicht probiert ihr es mal mit harten Linsen. Die Tragen sich meiner Ansicht nach etwas angenehmer als die Weichen. Mein Bruder hatte auch welche in dem Alter, weil seine Augen immer kurzsichtiger wurden. Das hat mit den harten Linsen aufgehört, was natürlich nicht sein muß.

Viel Erfolg

uuxx

Bild des Benutzers vreni90
Beigetreten: 1. Juni 2014 - 23:47

Hallo!

Ich kann zwar nichts besonders Fachliches beitragen zur Brille deines Kindes, möchte mich aber als Realschullehrerin zum ADHS äußern.

Ich finde es schlimm, dass neuerdings so vielen Kindern ADHS diagnostiziert wird und sie mit diesen Medikamenten vollgepumpt werden. Seltsam ist, das fast schon in jeder Klasse ein Schüler das "haben soll". Früher hat man gesagt "das Kind ist lebhaft und hat Bewegungsdrang", was übrigens völlig normal ist (manche haben das eben mehr, manche weniger). Deswegen muss man noch lang nicht eine Krankheit vermuten, wobei ADHS als "Krankheitsbild" sowie arg umstritten ist. Liest man sich die Merkmale eines ADHS- Kindes durch, so würde das auf nahe 100% der Schüler zutreffen Smile

Lass dir bitte nicht einreden, dass dein Kind das hat. Dieses Thema wird nur oft angesprochen, weil die Leute sonst nicht wissen, was es sein könnte. Man meint schon fast, dass es eine Modekrankheit ist, da die Diagnoserate geradezu explodiert ist.

Ich bin mir sicher, dass es an der Brille und den stark unterschiedlichen Werten liegt. Die Augen und das Gehirn bringen sicher jeden Tag Hochleistungen, irgendwann ist man dann müde und unkonzentriert. Du hast ganz bestimmt ein normales Kind!

 

Lg Verena

Bild des Benutzers ritevi
Beigetreten: 3. Juni 2014 - 15:12

Hallo,

mittlerweile hatten wir den Termin bei dem Low-Vision-Spezialisten. Er hat sich meinen Sohn sehr genau angesehen, viele Tests gemacht und ist zu dem Schluss gekommen, dass mein Sohn mit seiner Brille sehr gut auskorrigiert ist. Er sieht die Problematik eher in der Informationsverarbeitung im Gehirn und hat mir von einem Projekt "ProVision" an der TU Dortmund berichtet. Dort werde ich nun versuchen, einen Termin zu bekommen.

Ich werde berichten.

 

LG ritevi